Hochschulfinanzierung

Die deutschen Hochschulen wurden bislang überwiegend aus zwei Quellen finanziert: politisch ausgehandelte Zuweisungen für den laufenden Betrieb aus den Landeshaushalten, Förder- oder Sonderprogramme für spezielle Zwecke aus Landes- oder Bundesmitteln. Die Programme stellten fallbezogene finanzielle Anreize dar. Automatische Anreizsysteme sind erst mit der leistungsorientierten Hochschulfinanzierung möglich geworden, die mit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes 1998 festgeschrieben wurde.

Zur Frauenförderung werden fallbezogene finanzielle Anreize in den Bund-Länder-Hochschulsonderprogrammen schon seit längerem genutzt; künftig sollen zusätzliche Landesmittel hinzu kommen. Den traditionellen Schwerpunkt bilden Zuwendungen an qualifizierte Frauen, die promovieren und habilitieren wollen. Das ist an Fachhochschulen (noch?) nicht möglich oder nötig, so dass bislang erst ein geringer Teil solcher Zuwendungen an Fachhochschulen floss (im Land derzeit weniger als 10%). Zur Verbesserung der Fördermöglichkeiten an Fachhochschulen haben wir das innovative Mathilde-Planck-Programm initiiert. Es ist ganz auf die FH-spezifischen Strukturen und Berufungsvoraussetzungen abgestimmt und zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit, niedrige Kosten und geringe Mitnahmeeffekte aus. Außerdem plädieren wir für einen landesweiten Wettbewerb "Frauenfreundlichste Hochschule".

Noch größere Fortschritte erwarten wir von der Einbeziehung der Frauenförderung in die leistungsorientierte Hochschulfinanzierung. So lässt sich nämlich erreichen, dass der gleichstellungspolitische Aspekt bei allen Entscheidungen im Hochschulalltag freiwillig mit bedacht wird. Dafür sorgt ein ganz einfacher Mechanismus: Wer gleichstellungspolitische Erfolge erzielt, erhält höhere Mittel. Deshalb haben wir schon 1996 den ersten Vorschlag für eine Einbindung des Gleichstellungsauftrags auf der Landesebene vorgelegt und in die politische Diskussion eingebracht. Erfreulicherweise mit Erfolg: In Baden-Württemberg werden derzeit 24% der Mittel im sog. Anreizteil der Hochschulfinanzierung nach Frauenförder-Indikatoren zugewiesen, deutlich mehr als in anderen Bundesländern.

| Förderprogramme | Wettbewerb * | Hochschulfinanzierung und Gleichstellungspolitik |
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Veröffentlichungen I

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